Die Stille

KEIN LAUB IM WINDE WEHT
KEIN MENSCH DEN WEG BEGEHT
KEIN VOGEL IM BAUME SINGT
KEIN TIER AM BACHE TRINKT

KEIN KIND MEHR IN DER NACHT LAUT SCHREIT
KEIN GOTT MEHR DER UNS JETZT VERZEIHT
KEIN DONNER ÜBER'S DORFE HALLT
KEIN RUF DER FREUDE HIER ERSCHALLT

STUMM DIE STEINE HALTEN WACHT
STILLE STERNE IN DER NACHT
GRABESRUHE LIEGT IM LAND
ALLE HÄUSER AUSGEBRANNT

SCHWARZE ASCHE LIEGT IM TAL
DIE HITZE HIER IST EINE QUAL
DER RAUCH DURCH LEERE GASSEN TREIBT
DIE SONNE IHRE BAHN BESCHREIBT

DIE SCHWARZE HAND AUS TRÜMMERN RAGT
KEIN MENSCH DER IHREN TOD BEKLAGT
ERSTARRT IST HIER DIE ZEIT
TOTENSTILLE WEIT UND BREIT

DER MANN DER EINST MIT NASSER HAUT
DAS STOLZE DORFE HAT ERBAUT
IST UNTER ASCHE NUN BEGRABEN
IST NUN EIN FRESSEN FÜR DIE RABEN

DIE STILLE SENKT SICH NIEDER
VERSTUMMT SIND ALLE LIEDER
DER NEBEL HÜLLT DIE TRÜMMER EIN
BEDECKT DES TOTEN MANN GEBEIN